Schlecht sitzende Prothese? So hilft Ihnen Ihr Zahnarzt in Hamburg
Eine Zahnprothese soll verloren gegangene Zähne ersetzen und die Lebensqualität verbessern. Doch was, wenn genau das Gegenteil eintritt? Wenn die Prothese schmerzt, beim Sprechen verrutscht oder beim Essen nicht mehr ausreichend Halt bietet? Viele Prothesenträger kennen diese Probleme und leiden still vor sich hin – dabei gibt es effektive Lösungen. Ein gut sitzender Zahnersatz ist keine Glückssache, sondern das Ergebnis präziser Anpassung und regelmäßiger Kontrolle.
Typische Probleme mit schlecht sitzenden Prothesen
Druckstellen und Schmerzen
Das häufigste Problem bei Zahnprothesen sind schmerzhafte Druckstellen. Diese entstehen, wenn die Prothese an bestimmten Punkten zu stark auf die Mundschleimhaut oder den Kieferknochen drückt. Druckstellen durch die Zahnprothese zeigen sich zunächst als gerötete, empfindliche Bereiche und können sich zu offenen, schmerzhaften Wunden entwickeln. Betroffene vermeiden dann oft das Tragen der Prothese, was wiederum zu weiteren Problemen führt.
Die Ursachen für Druckstellen sind vielfältig. Häufig liegt eine ungleichmäßige Druckverteilung durch ungenaue Passung vor, oder es existieren scharfe Kanten an der Prothesenbasis. Auch Veränderungen des Kieferknochens nach der Anfertigung spielen eine Rolle, ebenso wie zu starkes Aufbeißen in der Eingewöhnungsphase. Nicht zuletzt führt der natürliche Abbau von Kieferknochensubstanz im Laufe der Zeit dazu, dass ursprünglich perfekt sitzende Prothesen plötzlich Beschwerden verursachen.
Wackelnde und instabile Prothesen
Wenn die Prothese wackelt – was tun? Diese Frage stellen sich viele Patienten, die bemerken, dass ihr Zahnersatz nicht mehr fest sitzt. Eine wackelnde Prothese beeinträchtigt nicht nur das Selbstbewusstsein beim Sprechen oder Lachen, sondern auch die Kaufunktion erheblich. Das Risiko, dass sich die Prothese beim Essen löst oder verschluckt wird, steigt. Zudem führt die ständige Bewegung zu mechanischer Reizung der Mundschleimhaut.
Die Gründe für instabile Prothesen sind unterschiedlich. Am häufigsten ist der Kieferknochenabbau nach Zahnverlust verantwortlich, auch Atrophie genannt. Dieser Prozess führt dazu, dass die Prothese nach und nach immer weniger Halt findet. Auch Gewichtsveränderungen des Patienten können den Sitz beeinflussen, ebenso wie der natürliche Verschleiß der Prothese selbst. Die Abnutzung der Kunststoffbasis und Veränderungen der Mundschleimhaut tragen ebenfalls dazu bei, dass eine einst stabile Prothese mit der Zeit an Halt verliert.
Sprachprobleme und eingeschränkte Aussprache
Eine schlecht sitzende Prothese kann die Lautbildung erheblich beeinträchtigen. Besonders Zischlaute wie „S“ und „Z“ bereiten Schwierigkeiten, wenn die Prothese zu dick ist oder nicht korrekt positioniert sitzt. Auch ein Klappern der Prothese beim Sprechen ist möglich, wenn zu viel Spiel zwischen Prothese und Kiefer besteht. Viele Betroffene ziehen sich sozial zurück, weil sie sich für ihre undeutliche Aussprache schämen oder Angst haben, dass die Prothese beim Sprechen sichtbar verrutscht.
Warum sich Prothesen mit der Zeit verändern
Der natürliche Knochenabbau
Nach dem Verlust natürlicher Zähne beginnt ein kontinuierlicher Abbau des Kieferknochens. Dieser Prozess ist unvermeidlich, da die Kaukräfte nicht mehr direkt auf den Knochen übertragen werden. In den ersten Monaten nach der Zahnextraktion verläuft dieser Abbau besonders schnell, verlangsamt sich dann aber und setzt sich über Jahre fort. Eine Prothese, die bei der Anfertigung perfekt passte, kann nach sechs Monaten bereits Lücken aufweisen.
Die Geschwindigkeit des Knochenabbaus variiert individuell und hängt von mehreren Faktoren ab. Die genetische Veranlagung spielt ebenso eine Rolle wie die Allgemeingesundheit und der Stoffwechsel. Auch die Ernährung und die Vitamin-D-Versorgung beeinflussen die Knochensubstanz. Erkrankungen wie Osteoporose beschleunigen den Abbau zusätzlich, während regelmäßige Kaubelastung durch ausreichendes Tragen der Prothese den Prozess verlangsamen kann.
Materialermüdung und Verschleiß
Auch die Prothese selbst unterliegt Alterungsprozessen. Der Kunststoff kann sich verformen, Risse entwickeln oder porös werden. Die künstlichen Zähne nutzen sich ab, wodurch sich die Bisshöhe verändert. Diese Veränderungen geschehen schleichend und werden vom Träger oft erst bemerkt, wenn bereits deutliche Beschwerden auftreten. Temperaturwechsel beim Essen und Trinken, mechanische Belastung beim Kauen und chemische Einflüsse durch Speichel und Nahrungsmittel setzen dem Material kontinuierlich zu.
Die professionelle Anpassung beim Zahnarzt
Erstuntersuchung und Ursachenanalyse
Wer Probleme mit seiner Prothese hat, sollte zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen. Die professionelle Untersuchung beginnt mit einer gründlichen Anamnese. Der Zahnarzt fragt nach dem Zeitpunkt des Auftretens der Beschwerden, der genauen Lokalisation von Druckstellen und den Situationen, in denen die Prothese besonders stark wackelt. Anschließend betrachtet er die Prothese im Detail und prüft den Sitz im Mund.
Beim Anpassen des Zahnersatzes in Hamburg werden verschiedene Untersuchungsschritte durchgeführt. Die Mundschleimhaut wird auf Entzündungen und Druckstellen inspiziert, der Prothesensitz in Ruhe und bei Bewegung geprüft. Die Bisslage und die Kauflächen werden kontrolliert, ebenso wie die Prothesenbasis auf mögliche Beschädigungen. Zudem misst der Zahnarzt den Kieferkamm und gleicht die Werte mit der vorhandenen Prothese ab, um das Ausmaß eventueller Veränderungen festzustellen.
Sofortmaßnahmen bei akuten Beschwerden
Bei akuten Druckstellen durch die Zahnprothese sind schnelle Maßnahmen wichtig, um eine Verschlimmerung zu verhindern. Der Zahnarzt kann die problematischen Stellen der Prothese gezielt abschleifen und glätten. Diese Korrektur der Zahnprothese erfolgt meist direkt in der Praxis und bringt sofortige Erleichterung. Wichtig ist dabei, dass nicht einfach „auf Verdacht“ Material abgetragen wird, sondern die exakten Druckpunkte identifiziert werden.
Hierfür nutzen Zahnärzte verschiedene Techniken. Mit spezieller Druckstellenpaste werden die Problemzonen markiert, während Artikulationspapier zur Bissprüfung dient. Moderne Praxen setzen zunehmend auf digitale Analysen der Kontaktpunkte. Funktionsprüfungen beim Sprechen und Kauen runden die Diagnostik ab und helfen dabei, auch subtile Passungsprobleme zu erkennen.
Unterfütterung: Wenn die Prothese zu locker sitzt
Was tun, wenn die Prothese wackelt und die einfache Anpassung nicht ausreicht? In vielen Fällen hilft eine Unterfütterung, auch Rebasing genannt. Dabei wird die Innenseite der Prothese mit neuem Kunststoff ausgekleidet, sodass sie wieder optimal am Kiefer anliegt. Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Prothese ansonsten noch gut erhalten ist und keine strukturellen Schäden aufweist.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten der Unterfütterung. Bei der direkten Methode trägt der Zahnarzt einen speziellen, aushärtenden Kunststoff direkt im Mund des Patienten auf die Prothese auf. Diese Variante ist schnell durchführbar und der Patient kann die Praxis mit der angepassten Prothese verlassen, allerdings ist sie weniger präzise. Die indirekte Unterfütterung hingegen erfolgt im zahntechnischen Labor. Hier wird auf Basis einer neuen Abformung eine passgenaue Unterfütterung angefertigt. Diese Methode ist aufwändiger und erfordert, dass der Patient vorübergehend auf seine Prothese verzichtet, bietet aber deutlich bessere und langlebigere Ergebnisse.
Neuanfertigung: Wenn Reparatur nicht mehr ausreicht
Manchmal ist der Zustand der Prothese oder der Grad des Knochenabbaus so fortgeschritten, dass eine Anpassung nicht mehr sinnvoll ist. In diesem Fall empfiehlt sich eine Neuanfertigung. Moderne Abformtechniken, teilweise bereits digital durchgeführt, ermöglichen eine sehr präzise Passung der neuen Prothese. Der Vorteil liegt darin, dass sämtliche im Laufe der Jahre aufgetretenen Veränderungen berücksichtigt werden können und der Patient eine wirklich optimal sitzende Versorgung erhält.
Vorbeugende Maßnahmen für dauerhaften Tragekomfort
Regelmäßige Kontrolltermine
Die beste Strategie gegen Prothesenprobleme ist Prävention. Auch wenn keine akuten Beschwerden bestehen, sollten Prothesenträger mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt erscheinen. Bei diesen Terminen können kleine Veränderungen frühzeitig erkannt und korrigiert werden, bevor sie zu ernsthaften Problemen führen. Der Kontrolltermin umfasst die Begutachtung der Mundschleimhaut, die Prüfung des Prothesensitzes und die Kontrolle auf Beschädigungen oder Verschleiß. Auch eine professionelle Prothesenreinigung und Beratung zur häuslichen Pflege gehören dazu.
Richtige Pflege und Handhabung
Die Lebensdauer und der Sitz einer Prothese hängen auch von der korrekten Pflege ab. Unsaubere Prothesen können zu Entzündungen führen, die wiederum Veränderungen der Mundschleimhaut und damit Passungsprobleme verursachen. Eine tägliche Reinigung mit spezieller Prothesenbürste und mildem Reiniger ist unerlässlich. Herausnehmbare Prothesen sollten über Nacht in Reinigungslösung eingelegt werden, um Bakterien und Beläge zu entfernen.
Wichtig ist auch der vorsichtige Umgang mit der Prothese. Heißes Wasser kann den Kunststoff verformen und sollte daher vermieden werden. Beim Reinigen über dem Waschbecken empfiehlt es sich, ein Handtuch unterzulegen, um Schäden bei einem versehentlichen Sturz zu minimieren. Die regelmäßige professionelle Reinigung in der Zahnarztpraxis ergänzt die häusliche Pflege und entfernt hartnäckige Beläge, die sich mit herkömmlichen Mitteln nicht beseitigen lassen.
Ernährung und Kauverhalten
In der Eingewöhnungsphase und bei neu angepassten Prothesen ist es ratsam, zunächst weiche Nahrung zu sich zu nehmen und die Kaubelastung langsam zu steigern. Sehr harte Lebensmittel wie Nüsse oder klebrige Speisen wie Karamell sollten generell vermieden oder vorsichtig konsumiert werden, da sie die Prothese belasten oder verlagern können. Das gleichmäßige Kauen auf beiden Seiten hilft, eine einseitige Belastung und damit verbundene Druckstellen zu vermeiden.
Moderne Alternativen bei wiederkehrenden Problemen
Implantatgestützte Prothesen
Wenn herkömmliche Prothesen trotz mehrfacher Anpassung nicht zufriedenstellend sitzen, können implantatgestützte Lösungen eine dauerhafte Alternative darstellen. Dabei werden strategisch platzierte Implantate als Anker für die Prothese genutzt. Dies verhindert das Wackeln vollständig und verteilt die Kaukräfte gleichmäßiger, was den Knochenabbau deutlich verlangsamt.
Verschiedene Konzepte stehen zur Verfügung. Die Stegversorgung mit zwei bis vier Implantaten bietet stabilen Halt bei moderatem Aufwand. Locator-Systeme mit Druckknopfverankerung ermöglichen ein einfaches Einsetzen und Herausnehmen der Prothese. Teleskopprothesen auf Implantaten kombinieren Stabilität mit der Möglichkeit zur Reinigung, während fest verschraubte Vollbrücken bei ausreichendem Knochenangebot eine festsitzende Lösung bieten, die wie eigene Zähne wirkt.
Weichbleibende Unterfütterungen
Für Patienten mit sehr empfindlicher Mundschleimhaut oder stark abgebautem Kiefer gibt es weichbleibende Prothesenunterfütterungen. Diese aus Silikon oder ähnlichen Materialien bestehenden Einlagen wirken wie ein Polster und reduzieren die Druckbelastung erheblich. Sie müssen allerdings regelmäßig erneuert werden, da sie sich mit der Zeit verhärten und ihre dämpfende Wirkung verlieren. Dennoch können sie für bestimmte Patientengruppen eine wertvolle Lösung darstellen.
Die Kosten für Prothesenanpassungen
Die Kosten für die Korrektur der Zahnprothese variieren je nach Aufwand. Einfache Anpassungen wie das Abschleifen von Druckstellen werden meist direkt von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, da sie zur notwendigen Nachsorge gehören. Bei Unterfütterungen und umfangreicheren Reparaturen kann ein Eigenanteil anfallen, der zwischen fünfzig und mehreren hundert Euro liegen kann.
Eine direkte Unterfütterung verursacht in der Regel geringere Kosten als die aufwändigere indirekte Methode. Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten meist entsprechend dem vereinbarten Tarif. Eine vorherige Klärung mit der Versicherung ist empfehlenswert, um finanzielle Überraschungen zu vermeiden. In jedem Fall sollten die Kosten nicht davon abhalten, notwendige Anpassungen vornehmen zu lassen, da unbehandelte Probleme zu weitaus größeren Schäden und höheren Folgekosten führen können.
Wann sollten Sie nicht zögern?
Bestimmte Symptome erfordern einen zeitnahen Zahnarztbesuch und sollten nicht ausgesessen werden:
- Starke, anhaltende Schmerzen trotz Schonung der betroffenen Stelle
- Offene, blutende Wunden in der Mundhöhle, die nicht abheilen
- Deutliche Lockerung der Prothese innerhalb kurzer Zeit ohne erkennbaren Grund
- Sichtbare Brüche, Risse oder andere Beschädigungen der Prothese
- Anhaltende Sprachprobleme oder Würgereiz, der das Tragen unmöglich macht
- Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung oder sogar Fieber
Je früher Probleme angegangen werden, desto einfacher und kostengünstiger ist meist die Lösung. Was anfangs als kleine Druckstelle beginnt, kann sich zu einer schmerzhaften Entzündung entwickeln, die aufwändige Behandlungen erfordert und eine Tragepause erzwingt. Diese Pause wiederum führt zu weiteren Veränderungen im Kiefer, die den Sitz der Prothese zusätzlich verschlechtern – ein Teufelskreis, der sich durch rechtzeitiges Handeln vermeiden lässt.
Guter Sitz ist kein Zufall
Eine gut sitzende Zahnprothese ist entscheidend für Lebensqualität, Kaufunktion und soziale Teilhabe. Probleme wie Druckstellen oder Wackeln sind keine unvermeidlichen Begleiterscheinungen, sondern können in den allermeisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Die Kombination aus professioneller zahnärztlicher Betreuung, regelmäßigen Kontrollen und sorgfältiger Pflege gewährleistet dauerhaften Tragekomfort.
Wer bei Druckstellen durch die Zahnprothese in Hamburg oder anderen Anpassungsproblemen professionelle Hilfe sucht, findet in der Hansestadt zahlreiche erfahrene Ansprechpartner. Spezialisierte Einrichtungen wie die Zahnarztpraxis Nekzai in Hamburg-Wandsbek verfügen über moderne Ausstattung und Erfahrung in der Prothesenbehandlung. Betroffene sollten nicht zögern, fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen – denn moderne Prothetik bietet heute vielfältige Lösungen für nahezu jedes Problem.



