Tel.: 040 695 2000
Zahnarztpraxis Nekzai in Hamburg-Wandsbek
  • Praxis
  • Leistungen
  • Zahngesundheit
    • News
    • Galerie
    • Blog
    • Wiki
    • Service
    • Downloads
    • Ästhetische Zahnheilkunde
    • Zahnarztangst?
  • Prophylaxe
  • Endodontie
  • Implantate
  • Zahnästhetik
  • Terminbuchung
  • Kontakt
  • Menü Menü

Parodontaler Screening-Index

Der Parodontale Screening-Index, häufig als PSI abgekürzt, ist ein standardisiertes Untersuchungsverfahren zur Früherkennung von Parodontalerkrankungen. Dieses einfache, aber effektive Screening-System ermöglicht es Zahnärzten, den Zustand des Zahnhalteapparates schnell und systematisch zu erfassen und behandlungsbedürftige Befunde zu identifizieren. Die Bedeutung dieses Index liegt vor allem in der Prävention, denn Parodontitis gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und ist die Hauptursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter.

Grundlagen und Entwicklung des PSI

Die Parodontitis, eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, verläuft oft schleichend und schmerzfrei in ihren Anfangsstadien. Viele Patienten bemerken erste Symptome wie Zahnfleischbluten oder Mundgeruch nicht als Warnsignale oder bagatellisieren sie. Ohne rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann die Erkrankung jedoch zum fortschreitenden Abbau von Zahnfleisch und Kieferknochen führen, was letztlich Zahnverlust zur Folge hat.

Der PSI wurde entwickelt, um parodontale Erkrankungen in einem frühen Stadium zu erkennen und damit eine rechtzeitige Therapie zu ermöglichen. Das System basiert auf dem international etablierten Community Periodontal Index of Treatment Needs (CPITN) der Weltgesundheitsorganisation und wurde für den Einsatz in der zahnärztlichen Praxis modifiziert. Seit seiner Einführung hat sich der PSI als Standardverfahren in der zahnärztlichen Vorsorge etabliert und ist fester Bestandteil der systematischen Parodontaldiagnostik.

Durchführung der PSI-Untersuchung

Die Erhebung des Parodontalen Screening-Index erfolgt mit einer speziellen WHO-Sonde, die über eine Millimeterskalierung und eine Kugelspitze am Ende verfügt. Diese Kugelspitze hat einen Durchmesser von 0,5 Millimetern und ermöglicht ein schonendes Sondieren ohne Verletzung des Zahnfleischgewebes. Auf der Sonde sind markante Bereiche farblich gekennzeichnet: zwischen 3,5 und 5,5 Millimetern befindet sich eine schwarze Markierung, die als Orientierungshilfe dient.

Das Gebiss wird für die Untersuchung in sechs Abschnitte unterteilt, sogenannte Sextanten. Die beiden Frontzahnbereiche im Ober- und Unterkiefer sowie die vier Seitenzahnbereiche bilden je einen Sextanten. In jedem dieser Bereiche werden mehrere Messpunkte untersucht. Die Sonde wird vorsichtig in den Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch eingeführt, wobei die Sondierungstiefe und das Auftreten von Zahnfleischbluten registriert werden.

Die Messung im Detail

Bei der Messung tastet der Zahnarzt mit der Sonde sanft den Sulkus, also die Furche zwischen Zahnfleisch und Zahn, ab. An jedem Zahn werden üblicherweise sechs Messpunkte untersucht – jeweils drei auf der Außen- und drei auf der Innenseite. Die Sonde wird mit leichtem Druck entlang des Zahnfleischrandes geführt, um die Taschentiefe zu ermitteln und festzustellen, ob eine Blutungsneigung besteht.

Die gemessene Taschentiefe gibt Aufschluss über den Zustand des Zahnhalteapparates. Bei gesundem Zahnfleisch beträgt die Sulkustiefe etwa zwei bis drei Millimeter. Größere Tiefen deuten auf eine Taschenbildung hin, die durch den entzündungsbedingten Abbau von Bindegewebe und Knochen entsteht. Das Auftreten von Blutungen beim Sondieren signalisiert eine aktive Entzündung, selbst wenn die Taschentiefe noch nicht deutlich erhöht ist.

Die PSI-Codes und ihre Bedeutung

Das Ergebnis der PSI-Untersuchung wird für jeden Sextanten mit einem Code von 0 bis 4 dokumentiert. Diese Codes spiegeln den Schweregrad der parodontalen Erkrankung wider und geben unmittelbar Hinweise auf den notwendigen Behandlungsbedarf.

  • Code 0 steht für einen vollständig gesunden Befund. Es werden weder Zahnfleischbluten noch Zahnstein oder erhöhte Taschentiefen festgestellt. Die schwarze Markierung der Sonde bleibt vollständig sichtbar, was bedeutet, dass die Sondierungstiefe unter 3,5 Millimetern liegt. Bei diesem Befund ist keine spezifische Behandlung erforderlich, lediglich die regelmäßige häusliche Mundhygiene und professionelle Zahnreinigung sollten fortgeführt werden.
  • Code 1 zeigt eine leichte gingivale Entzündung an. Es tritt Zahnfleischbluten beim Sondieren auf, jedoch keine Zahnsteinbildung und keine erhöhten Taschentiefen. Die schwarze Markierung bleibt sichtbar. Dieser Befund deutet auf eine beginnende Gingivitis hin, die sich durch Verbesserung der Mundhygiene und eine professionelle Zahnreinigung meist vollständig beheben lässt.
  • Code 2 bedeutet, dass neben Zahnfleischbluten auch Zahnstein oder andere Plaqueretentionsstellen vorhanden sind. Die Taschentiefe liegt noch unter 3,5 Millimetern. Bei diesem Code ist eine gründliche professionelle Zahnreinigung mit Entfernung aller harten und weichen Beläge indiziert, kombiniert mit einer intensiven Mundhygieneinstruktion.
  • Code 3 markiert eine moderate Parodontitis mit Taschentiefen zwischen 3,5 und 5,5 Millimetern. Die schwarze Markierung der Sonde verschwindet teilweise im Sulkus. Dieser Befund erfordert eine weitergehende parodontale Diagnostik mit detailliertem Parodontalstatus und eine systematische Parodontitistherapie.
  • Code 4 steht für eine schwere Parodontitis. Die Sondierungstiefe überschreitet 5,5 Millimeter, die schwarze Markierung verschwindet vollständig in der Tasche. Dieser Befund geht häufig mit weiteren Symptomen wie Zahnlockerungen oder Zahnfleischrückgang einher und erfordert eine umfassende parodontale Behandlung, eventuell auch chirurgische Maßnahmen.

Zusätzliche Kennzeichnungen

Neben den numerischen Codes können Sternchen (*) als Zusatzsymbole verwendet werden. Ein Stern weist auf besondere Befunde hin, die einer genaueren Untersuchung bedürfen, beispielsweise freiliegende Zahnhälse, Zahnfleischrückgang, Zahnwurzelkaries oder Furkationsbeteiligungen bei mehrwurzeligen Zähnen. Diese Markierungen helfen dem Zahnarzt, problematische Bereiche für die weitere Diagnostik und Behandlungsplanung zu identifizieren.

Interpretation und klinische Relevanz

Die Aussagekraft des PSI liegt in seiner Fähigkeit, schnell einen Überblick über die parodontale Gesundheit zu geben und behandlungsbedürftige Bereiche zu identifizieren. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass der PSI ein Screening-Verfahren darstellt, keine vollständige Diagnostik. Bei auffälligen Befunden ab Code 3 ist eine detaillierte parodontale Befunderhebung mit Messung aller Taschentiefen an jedem einzelnen Zahn notwendig.

Der PSI ermöglicht auch die Dokumentation des Krankheitsverlaufs über die Zeit. Bei regelmäßiger Erhebung lassen sich Verschlechterungen frühzeitig erkennen oder der Erfolg therapeutischer Maßnahmen objektiv bewerten. Diese Verlaufskontrolle ist besonders wichtig bei Parodontitis-Patienten in der Erhaltungstherapie, um Rezidive rechtzeitig zu erfassen.

Häufigkeit der PSI-Erhebung

Die Empfehlungen zur Frequenz der PSI-Untersuchung orientieren sich am individuellen Risikoprofil des Patienten. Bei gesunden Erwachsenen sollte der PSI alle zwei Jahre erhoben werden, im Rahmen der regulären zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen. Bei Patienten mit erhöhtem Parodontitisrisiko – etwa Rauchern, Diabetikern oder Menschen mit genetischer Prädisposition – sind kürzere Intervalle sinnvoll.

Nach abgeschlossener Parodontitistherapie dient der PSI der Überwachung während der Erhaltungsphase. Hier werden in der Regel halbjährliche oder vierteljährliche Kontrollen empfohlen, je nach Schweregrad der Vorerkrankung und individuellem Risikoprofil. Bei Jugendlichen kann eine frühe PSI-Erhebung helfen, aggressive Verlaufsformen der Parodontitis zu erkennen, die in jungen Jahren auftreten können.

 

Vorteile und Limitationen des Systems

Der PSI bietet zahlreiche Vorteile für die zahnärztliche Praxis:

  • Zeiteffizienz: Die Untersuchung lässt sich innerhalb weniger Minuten durchführen und kann problemlos in die Routineuntersuchung integriert werden
  • Standardisierung: Das einheitliche System gewährleistet eine objektive und vergleichbare Dokumentation über verschiedene Behandler und Zeitpunkte hinweg
  • Früherkennung: Parodontalerkrankungen werden in einem Stadium identifiziert, in dem noch keine irreversiblen Schäden eingetreten sind
  • Patientenkommunikation: Die einfache Codierung erleichtert die Vermittlung des Befundes an den Patienten
  • Qualitätssicherung: Der PSI dient als Instrument zur Überprüfung der Behandlungsqualität und des Therapieerfolgs

Die Limitationen des PSI liegen in seiner Funktion als Screening-Instrument. Er erfasst nur den schlechtesten Befund pro Sextant, sodass lokalisierte Defekte möglicherweise nicht in ihrer vollen Ausprägung sichtbar werden. Für die Behandlungsplanung komplexer Fälle reicht der PSI nicht aus – hier ist eine vollständige parodontale Befunderhebung mit Röntgendiagnostik unerlässlich.

Integration in das Praxiskonzept

Der PSI ist ein wertvolles Instrument zur Systematisierung der Parodontalvorsorge in der zahnärztlichen Praxis. Seine routinemäßige Anwendung ermöglicht es, keine parodontal erkrankten Patienten zu übersehen und frühzeitig therapeutisch einzugreifen. Die Dokumentation der PSI-Werte in der Patientenakte schafft zudem eine solide Grundlage für Behandlungsentscheidungen und dient der rechtlichen Absicherung.

Für Patienten bietet die PSI-Untersuchung einen direkten Mehrwert: Sie erhalten eine objektive Einschätzung ihrer parodontalen Gesundheit und werden für die Notwendigkeit präventiver oder therapeutischer Maßnahmen sensibilisiert. Die verständliche Codierung erleichtert es, den eigenen Gesundheitszustand zu verstehen und motiviert zur aktiven Mitarbeit bei der Erhaltung der Mundgesundheit.

Search Search
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen